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Was mache ich bei einem Strafbefehl?

💡 Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Strafbefehl ist eine gerichtliche Entscheidung im Strafverfahren ohne Hauptverhandlung (§ 407 StPO).
  • Er enthält meist eine Geldstrafe oder andere Nebenfolgen.
  • Innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung kann Einspruch eingelegt werden.
  • Ohne rechtzeitigen Einspruch wird der Strafbefehl rechtskräftig, wie ein Urteil.

Was ist ein Strafbefehl?

Ein Strafbefehl ist ein gerichtlicher Bescheid, der eine Strafe verhängt, ohne dass es zuvor zu einer Gerichtsverhandlung kommt.
Er wird in der Regel auf Antrag der Staatsanwaltschaft erlassen, wenn der Sachverhalt einfach gelagert ist und eine Hauptverhandlung nicht erforderlich erscheint.

Wann wird ein Strafbefehl erlassen?

Strafbefehlverfahren betreffen häufig Delikte wie:

  • Verkehrsverstöße mit Straftatbestand,
  • fahrlässige Körperverletzung,
  • kleinere Vermögensdelikte (z. B. Diebstahl, Betrug),
  • oder Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz in geringer Schwere.


Das Verfahren dient der
Verfahrensbeschleunigung, ersetzt aber kein faires Verfahren – Betroffene haben volle Verteidigungsrechte.

Welche Rechtsfolgen kann er enthalten?

Ein Strafbefehl kann verschiedene Sanktionen beinhalten, z. B.:

  • Geldstrafe, bemessen nach Tagessätzen,
  • Fahrverbot oder Entziehung der Fahrerlaubnis,
  • Bewährungsauflagen,
  • in seltenen Fällen Freiheitsstrafe auf Bewährung.

Wie reagiere ich richtig auf einen Strafbefehl?

Nach Zustellung läuft eine Frist von zwei Wochen. Innerhalb dieser Zeit kann schriftlich oder mündlich zur Niederschrift beim zuständigen Amtsgericht Einspruch eingelegt werden.
Es empfiehlt sich, unverzüglich anwaltlichen Rat einzuholen, um die Erfolgsaussichten und Risiken eines Einspruchs zu prüfen.

Ohne Einspruch wird der Strafbefehl rechtskräftig und steht einem Urteil gleich – einschließlich Eintragung im Bundeszentralregister.

Was passiert nach einem Einspruch?

Nach Einspruch entscheidet das Gericht, ob eine öffentliche Hauptverhandlung stattfindet.
Der Anwalt kann versuchen, das Verfahren durch Einstellung, Verhandlung mit der Staatsanwaltschaft oder Beweisanträge positiv zu beeinflussen.
Ein begründeter Einspruch eröffnet also die Chance, das Ergebnis wesentlich zu verbessern.

Fazit

Ein Strafbefehl sollte niemals ungeprüft akzeptiert werden.
Da er die Wirkung eines Strafurteils hat, kann er weitreichende Konsequenzen für Führungszeugnis, Beruf und Strafregister haben.
Eine zeitnahe anwaltliche Beratung ist entscheidend, um die individuell beste Verteidigungsstrategie zu wählen.

FAQs

Was ist der Unterschied zwischen Strafbefehl und Urteil?

Ein Strafbefehl wird ohne Verhandlung erlassen, wirkt aber wie ein Urteil, wenn kein Einspruch eingelegt wird.

Zwei Wochen ab Zustellung des Strafbefehls. Danach ist er rechtskräftig.

Ja, ein Fachanwalt für Strafrecht kann Akteneinsicht beantragen und Chancen auf Milderung oder Einstellung prüfen.

Das Verfahren wird in eine mündliche Hauptverhandlung überführt, in der Verteidigungsmöglichkeiten bestehen.

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